Die Geschichte der Raichberg-Realschule wird nicht nur durch Dokumente und Fotos lebendig, sondern vor allem durch die Erinnerungen ehemaliger Schüler. Das heutige Schulgebäude an der Schönbühlstraße wurde 1963 erbaut und konnte im darauffolgenden Jahr bezogen werden. Einer der ersten Schüler, die das neue Gebäude erlebten, war Hans-Karl Bauer, der heute in Berlin lebt. Er besuchte die damalige Raichberg-Mittelschule und hat seine persönlichen Erinnerungen mit uns geteilt.
Herr Bauer gehörte zu den ersten Schülern, die 1964 in das damals neue Schulgebäude einzogen. Zuvor waren die Klassen auf verschiedene Standorte verteilt, unter anderem auf die Stöckach-Mittelschule, das Zeppelin-Gymnasium und die Raitelsbergschule. Mit dem Einzug in das neue Gebäude wurden diese Standorte erstmals unter einem Dach vereint.
Herr Bauer erinnert sich noch gut an sein letztes Schuljahr vor der Mittleren Reife. Er besuchte damals die Klasse 6a, zu jener Zeit wurden die Klassen noch anders gezählt, da der Klassenwechsel jeweils zu Ostern stattfand. Klassenlehrer war der damalige Konrektor Josef Weiß, den alle nur „Sepp“ nannten. Das Klassenzimmer befand sich im hinteren Gebäudeteil, ganz oben rechts. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm die schweren Schreibmaschinentische, die damals die Ausstattung der Klassenräume prägten.
Auch an den Sommer 1964 erinnert sich Herr Bauer noch genau. Dieser war nämlich außergewöhnlich heiß. Ein Umstand, den wir heute auch oft haben. Über mehrere Wochen hinweg mussten die Unterrichtsstunden wegen der hohen Temperaturen deutlich verkürzt werden. Dies war eine Maßnahme, die den Schülern sicher in Erinnerung geblieben ist.
In den vergangenen sechs Jahrzehnten hat sich die Schule stark verändert. Damals war die Raichberg-Mittelschule noch eine reine Knabenschule (Jungenschule). Auch das heute verschließbare Tor zur Schönbühlstraße gab es zu dieser Zeit noch nicht.
Neben dem Unterricht gehörte auch das gemeinsame Engagement für die Schule zum Alltag. Einige Schüler übernahmen gegen ein kleines Entgelt von etwa 50 Pfennig pro Stunde (heute ca. 25 Cent) das Kehren der Klassenzimmer. Zweimal pro Woche sorgten sie nachmittags für Sauberkeit. Während der großen Sommerferien halfen sie außerdem bei der Grundreinigung des Schulgebäudes mit. Als Dankeschön lud der Hausmeister die fleißigen Helfer nach Abschluss der Arbeiten auf Kaffee und Kuchen ein. Dies war eine schöne Geste, an die sich Herr Bauer bis heute gerne erinnert.
Ein weiterer besonderer Ort war die schuleigene Dunkelkammer im Keller. Dort entstand die damalige Schülerzeitung. Das Seitenlayout wurde fotografiert und anschließend mithilfe von UV-Licht auf eine Matrize übertragen. Besonders originell war die verwendete UV-Lampe: Sie bestand aus dem Innenleben einer ausrangierten Straßenlaterne. Einmal führte die intensive UV-Strahlung sogar dazu, dass ein Schüler einen kräftigen Sonnenbrand erlitt. Eine Anekdote, die zeigt, mit welchem Einfallsreichtum damals gearbeitet wurde.
Besonders beeindruckend ist, dass der Zusammenhalt der ehemaligen Klasse bis heute anhält. Die damalige Klasse 6a trifft sich noch immer jedes Jahr am letzten Freitag im September zu einem Klassentreffen. Zwar werden die Teilnehmer im Laufe der letzten Jahre weniger, doch die Verbundenheit zur gemeinsamen Schulzeit ist geblieben.
Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Hans-Karl Bauer für seine wertvollen Erinnerungen. Solche persönlichen Geschichten machen die Geschichte unserer Schule lebendig und geben einen eindrucksvollen Einblick in den Schulalltag der ersten Jahre. Sie zeigen, wie sich die Raichberg-Realschule in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat und zugleich, welche Erinnerungen Generationen von Schülerinnen und Schülern bis heute miteinander verbinden.
Im Folgenden noch einige historische Aufnahmen unserer Schule aus dem Jahr 1964.



